Schimmelpilze in Wohnräume oberhalb Erdniveau
Schimmelpilze mögen es gern feucht!
In normalen Wohnräumen oberhalb des Erdbodens gibt es viel Feuchtigkeit in der Regel im Winter bzw. in der Heizperiode, wenn die Wohnungen meist geschlossen gehalten werden.
Und viel Feuchte wird durch die Benutzer selber eingebracht - ca. 2500 ml pro Tag pro Mensch.
Je wärmer Luft ist, desto mehr Wasser kann sie aufnehmen. Das gilt drinnen wie draußen.
Aber es gilt auch: Kälter werdende Luft kann das Wasser nicht mehr halten, es kondensiert wieder aus (sichtbar am Atemnebel im Winter im Freien).
Diese physikalische Gegebenheit ist an sich noch nicht problematisch, kann aber unter bestimmten Bedingungen zum Problem werden.
Die Luft in Innenräumen ist, außer im Sommer, meist wärmer als die Außenluft und ist meist auch sehr feucht.
Wird diese feuchte Luft nicht ausreichend und in geeigneter Weise nach draußen abgeführt und durch kühlere, trockenere Luft ersetzt, so kann die Feuchtigkeit an verschiedenen kühlen oder auskühlenden Oberflächen im Haus kondensieren und so das Material durchfeuchten.
Das passiert in der Regel an schlecht beheizten und/ oder an schlecht wärmegedämmten Flächen:
Betroffen sind vor allem Fensterstürze, Raumecken, sowie Wand- und Deckenkanten, Schlafzimmerwände und Schrankrückseiten, weil dort entweder kühle Oberflächen vorliegen und/oder Warmluftbewegungen nur schwach vorhanden sind.
Weitere Vorkommen sind u. a. Schwachstellen in der Dämmung des Mauerwerks (Wärmebrücken) oder an und in Böden und Decken, wenn bauliche Wasserschäden (z.B. durch defekte Dichtung an einer Badewanne oder Duschtasse oder eine undichte Leitung) nicht sofort und intensiv getrocknet werden.
Nach einem Wasserschaden sind zudem häufig Trockenbauwände in der Nähe des Schadensbereichs und Estrichdämmschichten auf oft großer Fläche betroffen.
Diese feuchten Stellen bilden einen idealen Nährboden für Schimmelpilze und Bakterien.
Sind diese Stellen zudem noch ein bisschen verstaubt oder mit anderen organischen Stoffen behaftet (Tapetenkleister, Fettrückstände aus der Küchenluft, alte Spinnweben), dann ist das für die Schimmelpilze ein gefundenes Fressen und ein ideales Nährstoffangebot!
Aber auch das Material der Möbelstücke oder ganz einfach die Tapete selbst an der Wand bieten gute Nahrung für Schimmelpilze.
Bei Verdacht auf Vorliegen eines verdeckten Schimmelpilzbefalls müssen die betroffenen Räume genauer untersucht werden, um die genauen Ursachen und das volle Ausmaß eines Schimmelschadens festzustellen.
Eine solche Untersuchung setzt für ein gutes Ergebnis mit hoher Aussagekraft Fachkunde und vielfältige Sachkenntnis voraus und sollte unbedingt durch eine Fachkraft mit entsprechender Qualifizierung durchgeführt werden.
Es reicht sicher nicht, wenn irgendein selbst ernannter Experte durch die Wohnung geht und erzählt, dass zu wenig geheizt und gelüftet wird und der Schimmelbefall einfach weg gewaschen und überstrichen werden kann. Von solchen Aussagen höre ich immer wieder, vor allem, z.B. wenn ich Mietwohnungen begutachte.
Es gilt wie überall: Sorgfalt funktioniert nur mit Gründlichkeit!