Schimmelpilze in Neubauten
Neubauten werden sehr oft mit viel Wasser gebaut - in Mörteln, in Klebern, in Estrichen und Wandputzen, in Spachtelmassen, in Farben. Oft regnet es in Neubauten während der Bauphase auch hinein, oder das Baumaterial wird in feuchtem oder nassem Zustand eingebaut. Manchmal kommt es zu irgendwelchen unbeabsichtigten Feuchteeinträgen durch umgekippte Eimer, beim Einfüllen von Wasser in Leitungs- und Heizungsrohre etc.
Das alles ist nicht bloß ein leicht unangenehmer Umstand, der an den schon eingebauten Fensterscheiben zu Kondenswasser führt, sondern an allen Holzbauteilen und Trockenbauwänden aus Gipskarton unweigerlich zu Schimmelbefall führt, wenn die hohe Feuchte länger als 3 Tage andauert.
Verstärkt geschieht das natürlich auf Winterbaustellen, wenn noch nicht geheizt werden kann, bzw. wenn viele Oberflächen vorhanden sind, die ganz oder teilweise wegen niedriger Außentemperaturen schnell auskühlen. Dann kondensiert die Feuchte aus der Luft an diesen Oberflächen und sehr schnell wächst auch der Schimmel.


Manchmal ist das Schimmelwachstum unsichtbar an den Innenseiten der Trockenbauwände oder innerhalb von Dämmmaterialien unter dem Estrich, auf den Rückseiten von Türzargen oder in Estrichrandfugen vorhanden.
Oft jedoch ist der Schimmelbefall großflächig und mehr oder weniger dicht an allen Oberflächen, je nachdem, wie viele Nährstoffe in Form von Stäuben und organischer Materie vorhanden sind.
An Holzbauteilen wird regelmäßig der Schimmelbefall als harmlos und üblich heruntergespielt - das ist allerdings ein Trugschluss: Auch an die Holzoberflächen gehört Schimmel nicht hin und bei anhaltender Feuchte können sich sogar Holz zerstörende Pilze ansiedeln.


Generell gilt für Neubauten: Es ist ein Baumangel, wenn an irgendwelchen Oberflächen Schimmel in einer Menge von mehr als 1 x 104 KBE/g (Kolonie bildende Einheiten pro Gramm Material) gefunden wird.
Seien Sie deswegen wachsam und misstrauisch, wenn in Ihrem Neubau andauernde hohe Feuchte herrscht oder sogar schon Schimmel auftritt und lassen Sie entsprechende Sachverständige die Situation beurteilen, Material-Proben nehmen und Abhilfemaßnahmen vorschlagen. Frühzeitiges Eingreifen kann kostspielige, umfassende Sanierungen vermeiden!


