Wasserschäden in Häusern mit Holzbalkendecken bis etwa Baujahr 1960
Bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden auch in massiv gebauten Häusern viele Decken in Holzbalkenbauweise ausgeführt:
Unten ist als Deckenlage eine Schicht Schilfrohr an Holzbrettchen angenagelt, die als Putzträger für einen Kalkputzbewurf dient, manchmal sind inzwischen auch Gipskartonplatten als Unterseite an die Decke geschraubt.
Zwischen den Balken ist über der Schilfrohrschicht ein Hohlraum, der nach oben abgeschlossen wird von einer Lage dünner Bretter, deren Zwischenräume meist mit Kalkputz verschlossen sind. Darauf kommt die Fehlbodenfüllung aus Sand, Hochofenschlacke, Schüttdämmmaterial oder manchmal aus Dämmstoffen wie Mineralfaserdämmung.
Darüber kommt meist schon der Oberboden in Form von Dielenbrettern. Weil sich zwischen den Dielen in der Regel Spalten und Schlitze auftaten, wurden darauf Bodenbeläge aus Linoleum, PVC-Bahnen, Stragula oder anderen Materialien verlegt - oft auch auf zuvor verlegte Pressspanplatten, die auf die Dielen geschraubt wurden oder auf Ausgleichsspachtelmassen zur Nivellierung von Unebenheiten. Oft wurden mehrere Lagen Bodenbeläge im Laufe der Zeit übereinandergelegt, manchmal wurde der Boden auch gefliest.
Allen diesen Konstruktionen ist gemeinsam, dass sie hochgradig wasserdurchlässig sind, aber wegen der vielen saugfähigen Materialien die Feuchte auch lange halten können. So läuft keineswegs das gesamte Wasser bei einem Wasserschaden komplett durch die Konstruktion hindurch, sondern es kommt oft zu großflächigen Durchfeuchtungen. Wegen der vielen organischen Stoffe, aus denen die Bauteile bestehen oder die sich über lange Zeit angereichert haben können, wachsen Schimmelpilze in den feuchten Hohlräumen sehr schnell und großflächig.
Ohne eine umfassende Öffnung der Schadensbereiche und sorgfältige Entfernung des Schimmels und verschimmelter Materialien können solche Schäden NICHT saniert werden. Trocknungsmaßnahmen können in der Regel einen Schimmelbefall NICHT verhindern!

